Entscheidungsgründe der BAG-Urteile zu aufeinanderfolgenden befristeten Arbeitsverträgen liegen vor

Die mit Spannung erwarteten Entscheidungsgründe zweier Entscheidungen des BAG vom 18.7.2012 (7 AZR 783/10, BeckRS 2012, 73046 und 7 AZR 443/09, BeckRS 2012, 73620, zu den Pressemitteilungen vgl. bereits den Blog-Beitrag vom 20.7.2012) zur Problematik der Kettenbefristung in Vertretungsfällen im Anschluss an die Kücük-Entscheidung des EuGH (Urteil vom 26.1.2012, NZA 2012, 989, hierzu Blog-Beitrag vom 27.1.2012) liegen seit einigen Tagen vor. Das BAG verteidigt in den weitgehend textidentischen Entscheidungsgründen beider Urteile zunächst seine nicht unumstrittene Rechtsprechung zur Vertretungsbefristung. Die Zurückführung der von vielen als zu weitgehend kritisierten Anwendung des § 14 Abs. 1 Nr. 3 TzBfG wäre immerhin eine mögliche Reaktion auf die bedenklichen Auswüchse in der Praxis gewesen. Der 7. Senat sieht hierzu jedoch keinen Anlass. Die Rechtsfiguren der mittelbaren Vertretung und der gedanklichen Zuordnung werden ausdrücklich bestätigt. Auch ein ständiger Vertretungsbedarf können die mehrfache Befristung rechtfertigen; und schließlich müssten Vertretungsbefristungen mit zunehmender Anzahl und Dauer der befristeten Arbeitsverhältnisse werden „strenger“ kontrolliert werden, noch seien an eine Rückkehrprognose mit der Zeit erhöhte Anforderungen zu stellen ...

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