Angehörigen-Schmerzensgeld

Schäden der Angehörigen außerhalb des Angehörigen-Schmerzensgeldes

Menschen, die einen Angehörigen bei einem Autounfall verloren haben, haben neben dem menschlichen oft auch finanzielle Verluste zu bewältigen. Wenn zum Beispiel der Ernährer der Familie ausgefallen ist oder die Hausarbeit nicht mehr gemacht werden kann liegt der Fall rechtlich klar. Die Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers wird regelmäßig den sogenannten Unterhaltsschaden oder den Haushaltsführungsschaden regulieren, falls eine gesetzliche Unterhaltspflicht des Verstorbenen bestand.

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Reicht “normale” Trauer für Anspruch auf Angehörigen-Schmerzensgeld?

Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main hat mit Urteil vom 19.7.12, Az. 1 U 32/12 über einen seltener vorkommenden Aspekt der Regulierung von Schäden der Hinterbliebenen entschieden, und zwar über das so genannte Angehörigen-Schmerzensgeld. Die eigene Trauer der Angehörigen, so schmerzlich sie mit Sicherheit ist, wird regelmäßig nicht finanziell entschädigt. Dies ist nur bei gesundheitlichen Schäden der Fall, die über die “normale” Trauer hinaus gehen, also zum Beispiel starke Depressionen, die eine aufwändige Behandlung erfordern.

Im vorliegenden Fall war der Unfallverursacher mit überhöhter Geschwindigkeit bei einem abenteuerlichen Überholmanöver in den Gegenverkehr geraten. Der dadurch verursacht Unfall hatte den Tod einer Frau zur Folge, deren Mutter die Verursacherseite unter anderem auf Schmerzensgeld in Anspruch nahm.

Als Voraussetzung für den eigenen Schmerzensgeldanspruch der Mutter dem Grunde nach, stellte das Gericht, mit Hilfe eines psychiatrischen Sachverständigengutachtens, zunächst eine schwere psychische Erkrankung der Klägerin aufgrund der unfallbedingten Trauer fest.

Für die schwere depressive Episode, eine posttraumatische Belastungsstörung und eine somatoforme Schmerzstörung veranschlagte das Oberlandesgericht ein Schmerzensgeld in Höhe von 15 ...

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