Zivilrechtliche Haftung beim groben Foul

Leitsatz

Wer beim Fußball ohne jede Rücksicht auf die Gefahr in seinen Gegner einsteigt, haftet für die Verletzungen, die er dem Gegner bei dem unfairen Zweikampf zufügt.

Der Sachverhalt

In einem Meisterschaftsspiel der Kreisliga A 3 des Kreises Dortmund wurde der klagende Spieler vom beklagten Spieler der gegnerischen Mannschaft mit gestrecktem Bein gefoult worden. Durch das Foul zog sich der Kläger eine schwere Knieverletzung zu, in deren Folge er seinen Beruf als Maler und Lackierer bis heute nicht mehr ausüben kann. Der Schiedsrichter zeigte lediglich die gelbe Karte. Er verlangte Schmerzensgeld vom Beklagten, weil dieser die Verletzung in grob regelwidrige Spielweise zufügte. Der Beklagte war der Auffassung er habe einen regelgerechten Zweikampf um den Ball gef[hrt, bei dem sich der Gegenspieler eine unglückliche Verletzung zugezogen hat.

Prüfung

In Betracht kommt der deliktische Anspruch aus § 823 I BGB. Unterschieden wird bei der zivilrechtlichen Haftung zwischen den folgenden Situationen:

a) Verletzungen durch regelkonformes Verhalten: keine Haftung

Dort wird immer wieder der Presschlag genannt. Eine Haftung scheidet aus, begründet mit einer Mischung aus § 242 BGB und der Verneinung der Fahrlässigkeit. Es wird argumentiert, dass der Geschädigte genauso gut Schädiger sein können, weil liegen Verletzungen selbst bei regelkonformer Spielweise zum Fußballspiel gehören. Sich dann auf eine Verletzung zu berufen sei treuwidrig. Weil regelkonform gehandelt wurde, kann außerdem nicht von einer Sorgfaltspflichtverletzung gesprochen werden: Fahrlässigkeit scheidet aus ...

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