Polizeichef von Rosenheim wegen Körperverletzung im Amt zu 11 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt

Schneidezähne, Photo taken by dozenist on June 10, 2006.

Wenn Polizisten auf der Wache oder bei einem Einsatz grundlos gewalttätig werden, sieht es für das Opfer der Übergriffe zumeist schlecht aus. Nach dem Motto “Haltet den Dieb” gibt´s dann standardmäßig die Widerstandsanzeige gegen den Misshandelten, der angeblich in Verkennung der Macht- und Kräfteverhältnisse die ihm körperlich weit überlegenen Polizeibeamten angegriffen hat, so dass diese in bloßer Selbstverteidigungsabsicht unmittelbaren Zwang anwenden mussten. Externe Zeugen gibt´s auf den Polizeiwachen zu gut wie nie, und die Beamten decken sich nach dem Krähenprinzip fast immer gegenseitig. Immerhin ist es mir schon häufiger gelungen, die Polizeizeugen im Rahmen der Befragung in der Hauptverhandlung so sehr in Widersprüche zu verstricken, dass auch das Gericht Zweifel an deren Darstellung hatte und schließlich ein Freispruch oder eine Verfahrenseinstellung erreicht werden konnte. Dass die Staatsanwaltschaft daraus allerdings die Schlussfolgerung gezogen hätte, nunmehr gegen die Polizisten ein Verfahren wegen vorsätzlicher falscher Verdächtigung und Körperverletzung im Amt einzuleiten, habe ich noch nie erlebt und dürfte auch die große Ausnahme sein. Da wird dann recht exzessiv der Zweifelsgrundsatz zu Gunsten der Polizisten ins Feld geführt, auch insoweit stehe ja schließlich Aussage gegen Aussage ...

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