Der wehrhafte Mitarbeiter greift auch mal zum Messer statt zum Sprachkurs

Tragödien haben für Außenstehende nicht selten etwas Komödienhaftes. Hier ist eine fast unglaublich grausame Tragödie, mitten aus Deutschland (was auch immer man damit anfängt) und von vorne bis hinten ebenso unglaubhaft wie sie wahr ist.

Stellen Sie sich mit dem auf den ersten Blick arbeitsrechtlich unverdächtigen OLG Hamm (Urteil vom 07.11.2012 – I-30 U 80/11) vor:

Sie haben ein Hotel und ein Putzteam aus Ehefrau A. und Ehemann I. Beide sind des Deutschen nicht mächtig. Egal – denken Sie – denn sie putzen ja nur. Nachts. An die Anordnung zum Deutschkurs haben Sie nicht gedacht, nachdem Sie bei mir gelesen haben, dass man als Arbeitgeber deshalb auch (erfolglos) verklagt werden kann.

I. findet des Nachts dann die Gäste C und D vor. Die versuchen sich Einlass zu verschaffen, sind alkoholisiert und hatten im Hinblick auf die große Party von Ihnen schon mal einen Schlüssel bekommen, damit die sich nachts selbst wieder ins Hotel lassen konnten.

Leider haben Sie I. nichts davon gesagt.

Für die Gäste galt:

„…Weil sie froren, klopften sie lautstark an die Eingangstür…“

Versteht man. Dann aber setzte der I. zur Gegenwehr an; den beiden angeheiterten Gästen gelang es, die Tür aufzudrücken – gegen I.‘s Widerstand. Sie waren nicht zimperlich oder hatten kein glückliches Händchen. Denn:

„…Im Rahmen dieser Auseinandersetzung erlitt I eine Wunde am Kopf…“

Sie wollten dann rauf auf ihr Zimmer. Nicht mit I:

„…I holte sich indes ein rd. 38 cm langes Messer, das eine rd. 28 cm lange und 3 cm breit spitz zulau­fende Klinge aufwies. Daraufhin wichen der Kläger und M nach draußen bis hinter die Eingangstür zurück und kamen auf dem Treppenabsatz…zum Stehen. I folgte Ihnen mit dem Messer in der Hand ...

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