Up in the Air? Oder: Zur Bodenständigkeit deutscher Arbeitsgerichte

Sich zum Vorstellungsgespräch einfliegen lassen – das hebt sicherlich das Selbstwertgefühl eines jeden Stellenbewerbers. Doch wer mit diesem Gedanken spielt, hat die Rechnung ohne das Arbeitsgericht Düsseldorf (Entscheidung vom 15. Mai 2012 – 2 Ca 2404/12) gemacht. In einer unlängst bekannt gewordenen Entscheidung haben die Richter geurteilt, dass die Erstattung von Flugkosten für ein Vorstellungsgespräch nur unter besonderen Umständen in Betracht kommt.

Im Einzelnen: Entstehen einem Bewerber bei der Anreise zu einem Vorstellungsgespräch Kosten, so muss der Arbeitgeber diese ersetzen, sofern der Bewerber „sie nach den Umständen für erforderlich halten durfte“ – so das Bürgerliche Gesetzbuch. Das Arbeitsgericht Düsseldorf bezog jüngst dazu Stellung, wie diese weiche Formulierung auszulegen ist.

Im zu entscheidenden Fall reiste ein Bewerber mit dem Flugzeug aus Hamburg nach Düsseldorf zu einem Vorstellungsgespräch. Ausgeschrieben war eine Stelle als Teamleiter für die Abteilung IT- und Kommunikationstechnik. Nachdem er eine Absage erhalten hatte, verlangte er die Erstattung seiner Vorstellungskosten in Höhe von EUR 470 ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK