Krankmeldung

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Was müssen Arbeitnehmer beachten? Was können Arbeitgeber verlangen?

Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat in einem am 14.11.2012 verkündeten Urteil entschieden, dass ein Arbeitgeber bereits ab dem 1. Tag einer bestehenden Arbeitsunfähigkeit eine schriftliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung des behandelnden Arztes verlangen kann. Wir nehmen diese Entscheidung zum Anlass, noch einmal näher darzulegen, was bei einer "Krankmeldung" zu beachten ist.

1. Zunächst möchten wir darauf hinweisen, dass der Begriff "Arbeitsunfähigkeit" nicht identisch mit dem Begriff "Krankheit". Nicht jeder Arbeitnehmer, der krank ist, ist automatisch auch arbeitsunfähig. Gemäß § 3 I 1 Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG) hat ein Arbeitnehmer nur dann Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfalle, wenn er aufgrund einer Erkrankung daran gehindert ist, seine Arbeitsleistung ordnungsgemäß zu erbringen. Anknüpfungspunkt für die Frage, ob "Arbeitsunfähigkeit" vorliegt, ist somit zunächst einmal die nach dem Arbeitsvertrag geschuldete Leistung.

2. Arbeitnehmer sind verpflichtet, den Arbeitgeber möglichst umgehend über eine Arbeitsunfähigkeit zu informieren (Meldepflicht). Der Arbeitnehmer soll sicherstellen, dass der Arbeitgeber bereits zu Beginn der Arbeitszeit am 1. Tag der Erkrankung informiert wird. Es empfiehlt sich, dass der Arbeitnehmer eine Person seines Vertrauens bittet, sich telefonisch vor Schichtbeginn mit dem Arbeitgeber in Verbindung zu setzen und diesen über die bestehende Arbeitsunfähigkeit und dessen voraussichtliche Dauer zu informieren. Die Art der Erkrankung muss dabei nicht mitgeteilt werden.

3. Aus § 5 EFZG ergibt sich darüber hinaus die Pflicht, bei einer Arbeitsunfähigkeit, die länger dauert, als 3 Kalendertage, eine ärztliche Bescheinigung über das Bestehen der Arbeitsunfähigkeit sowie deren voraussichtlicher Dauer vorzulegen (Nachweispflicht) ...

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