Herr Kollege R., bitte lesen... .

Nachdem wieder mal ein langer Verhandlungstag zu Ende ging, durfte ich noch meine Post abarbeiten. Und ein paar Emails sichten. Und wieder kommt das Gefühl auf, dass eine langjährige Mandantin in devoter Beugung langsam aber sicher den Boden unter den Füßen verliert. Und nicht nur das, sondern auch deren Bewährung. Aber egal. Die bayrischen Mädels sind halt manchmal akzentuiert. Übermorgen darf ich dann zu einer Vernehmung in eine hessische Haftanstalt fahren. Der Mandant sitzt in Haft und ihm wird ein versuchter Totschlag vorgeworfen. Kommt vor, wenn man sich in den falschen Gegenden rumtreibt und wehrhaft ist. Jedenfalls hatte die Staatsgewalt es über Wochen nicht geschafft, meinem Vernehmungsersuchen - den Beschuldigten betreffend - zu folgen. Also beantragte ich eine mündliche Haftprüfung, damit dort über Stunden der Sachverhalt geschildert werden kann. Der Richter war ob des Zeitentzuges begeistert und rief Herrn Oberstaatsanwalt an, warum denn keine Vernehmung durchgeführt werden würde. Der war der Ansicht, der Mandant sei auf freiem Fuß, der Haftbefehl aufgehoben. ... Aber die JVA bestätigte mir, dass der Mandant noch sitzt. Man habe gerade sicherheitshalber in der Zelle nachgesehen. Na ja. Also gibt Herr Oberstaatsanwalt das an seine Ermittlungsknechte weiter, die schnell eine Vernehmung anberaumen und Frau Richterin mich ruckizucki in einem Telefonat bittet, doch nun den Haftprüfungsantrag zurückgenommen. Wurde erledigt, denn es geht ja nur um die Einlassung des Angeklagten. Also vereinbare ich mit den Beamten des Polizeidienstes einen Vernehmungstermin in der JVA. Sicherheitshalber wurde der Termin noch mal einen Tag später telefonisch bestätigt ...Zum vollständigen Artikel


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