Ein Friseur aus Delmenhorst

Wer vermeiden möchte, dass die eigenen Kinder im Alter für einen selbst Unterhalt zahlen müssen, verhält sich am besten so wie dieser Friseur aus Delmenhorst:

[Hintergrund: Das Sozialamt verlangt von dem Sohn (Antragsgegner) des 1923 geborenen Friseurs die Kosten für dessen Heimunterbringung. Das OLG hält den Unterhaltsanspruch des Vaters gegen den Sohn für verwirkt (§ 1611 I BGB)]

Unstreitig befand sich die Ehe der Eltern des Antragsgegners seit Jahren in einer schweren Krise. Unmittelbar vor der Trennung kam es am 1. Mai 1971 zu einer tätlichen Auseinandersetzung, in deren Verlauf der Vater die Mutter massiv beschimpfte und beleidigte. Dieser von dem Antragsgegner miterlebte Vorfall war - wie die Ausführungen im Scheidungsurteil zeigen - symptomatisch für die Beziehungen innerhalb der Familie. Nach der daraufhin vollzogenen Trennung wandte sich der Vater von der Familie ab. In der Folgezeit gab es nur noch einige Postkartengrüße aus dem Urlaub. Darüber hinaus besuchte der Antragsgegner seinen Vater noch gelegentlich im Friseursalon. Diese sporadischen Kontakte kamen aber bereits nach etwa einem Jahr endgültig zum Erliegen.

Wie der Antragsgegner dem Senat gegenüber glaubhaft schilderte, hatte er nach dem Scheitern der Ehe seiner Eltern mehrfach von sich aus den Kontakt zu seinem Vater gesucht, um wieder eine Vater-Sohn-Beziehung herzustellen ...

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