Catch as catch can – Alles erlaubt beim Wettlauf um die Geschädigten? – Rechtsanwalt Michael Schmidl www.meyerhuber.de

Schadensmanagement, Servicezentrum, “Ihre Zufriedenheit ist uns wichtig” etc. bla bla. Bei aller Verbalakrobatik, der Wettlauf um die Geschädigten ist weiter in vollem Gange. Versicherer nehmen sofort Kontakt auf, schicken einen Sachverständigen und anschließend einen Verrechnungsscheck und betrachten die Angelegenheit damit als erledigt. Wendet sich der Geschädigte dann – undankbarer Weise – an einen Rechtsanwalt und beauftragt auch noch einen eigenen Sachverständigen, endet der vermeintliche Service.

Die Erholung eines eigenen Schadensgutachten stelle einen Verstoß gegen die Schadenminderungspflicht dar. Der Schaden wäre bereits durch einen Sachverständigen festgestellt worden und zwei Gutachten müssten nicht bezahlt werden. Bezüglich der Anwaltsgebühren wird argumentiert, dass der Gegenstandswert des mittels Verrechnungsscheck “anerkannten” Betrages nicht herangezogen werden kann; insoweit habe man schon bezahlt. Letztlich soll der Geschädigte auf den Kosten für den eigenen Sachverständigen und den eigenen Anwalt sitzen bleiben.

Was sagen die Instanzgerichte dazu?

1. Der Geschädigte kann auch dann ein Schadensgutachten in Auftrag geben, wenn der unfallgegnerische Versicherer selbst bereits ein Schadensgutachten vorgelegt hat. Auch diese Sachverständigenkosten sind erstattungsfähiger Schaden. Dies ist dem Grundsatz der Waffengleichheit geschuldet, nachdem die Interessen der Beteiligten naturgemäß gegenläufig sind; der Geschädigte zielt auf vollständige Schadenskompensation und der Versicherer auf Minimierung der Aufwendungen.

Die Obergerichte in Stuttgart und Berlin haben bereits in den 70-er Jahren in diesem Sinne entschieden ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK