The road to hell XXXIX: Der Widerspruch gegen die Facebook-AGB und der Sack Reis in China

Liebe Facebooker,

es gibt Dinge, die gibt es garnicht. Datenschutz bei Facebook etwa (meinen einige). Oder die ganz private Facebook-Party für die öffentlich eingeladenen fünf Freunde. Oder eben ein wirksamer Widerspruch gegen die Facebook-AGB, der im eigenen Nutzerprofil öffentlich gepostet wird (”Aufgrund der neuen AGB in Facebook widerspreche ich hiermit der kommerziellen Nutzung meiner persönlichen Daten (Texte, Fotos, persönliche Bilder, persönliche Daten) gemäß BDSG. Das Copyright meiner Profilbilder liegt ausschließlich bei mir. Die kommerzielle Nutzung bedarf meiner schriftlichen Zustimmung.“) Doch kümmert’s wen?

Die kleine Nutzer-Stampede (hier) bei Facebook (hier und hier), welche durch angeblich neue Facebook-AGB ausgelöst wurde und eine Widerspruchsorgie ausgelöst hat, ist Ausdruck eines klassischen Internet-Phänomens: Der digitalen Lemmingmania. Die Facebook-AGB haben sich in letzter Zeit, jedenfalls seit dem 8. Juni diesen Jahres, ebensowenig geändert wie uns’ Baschar al-Assad zum Träger des Friedensnobelpreises gewählt geworden ist. Trotzdem muss man den AGB widersprechen. Denn der Widerspruch gehört längst zum guten Ton, machen alle, wird schon seine Richtigkeit haben. Sich einem Shit- oder Candystorm zu einem Thema anschließen, das einen überhaupt nicht tangiert, kommentarweise durch fremde Blogs trollen oder als Rentner mehr oder weniger offen die einem nicht näher bekannte Ex-Präsidentengattin als Dame höherer Unterhaltung zu diskreditieren, das ist verbreitet und wer will sich im sozialen Netzwerk Internet schon entsozialisieren? Es ist schon bedauerlich, wenn ein “Digital Native” es final nicht mehr aus der (Reflexions-) Höhle schafft und sein abgestürztes Hirn von einer Horde wild gewordener Netzwerk-Exhibitionisten neustarten lässt. Wie hirntot die aktuelle Trendsportart des Widerspruchs gegen die Facebook-AGB tatsächlich ist, zeigt sich bereits an folgenden ausgewählten Punkten:

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