Das Auto stinkt mir…

… sagte sich offenbar der Käufer einer 120.000 €-Luxus-Karosse, weil das Fahrzeug im Inneren nach Gummi müffelte. Es handelte sich um einen Vorführwagen, der im Juli 2008 erstmals zugelassen wurde und im März 2009 verkauft wurde. Der Käufer monierte die Geruchsbelästigung im Fahrzeug. Eine Reinigung der Lüftungskanäle brachte keine Besserung. Im April 2010 fand dann sogar eine Besichtigung im Beisein japanischer Ingenieure des Fahrzeugherstellers statt. Es wurde dann das Reserverad entfernt, weil man davon ausging, dass der Geruch von diesem Reserverad verursacht werde. Etwas später wurde noch die Kofferraumverkleidung und die Heckablage ausgetauscht. Offenbar brachte auch dies keinen Erfolg. Jedenfalls erklärte der Käufer am 24.06.2010 den Rücktritt vom Vertrag und begründete diesen mit der Geruchsbelästigung sowie ein Defekt des Reifendrucksensors.

Nun mussten sich die saarländischen Gerichte mit dem Verlangen auf Rückzahlung des Kaufpreises Zug um Zug gegen Rückgabe des Fahrzeugs beschäftigen. Das Saarländische Oberlandesgericht kann nun in der zweiten Instanz zu dem Urteil, dass diese Geruchsbelästigungen zum Rücktritt berechtigen (Urteil vom 10.10.2012, 1 U 475/11 – 141). Die Leitsätze:

Anomale Geruchsbelästigungen können einen Sachmangel eines Gebrauchtfahrzeugs darstellen. Bei einem “jungen” Gebrauchtwagen des gehobenen Preissegments, der noch kein Jahr zugelassen ist und eine Laufzeitleistung von unter 1.000 km aufweist, kann ein durchschnittlicher Käufer erwarten, dass in diesem keine anomalen – gummiähnlichen – Gerüche wahrnehmbar sind ...Zum vollständigen Artikel


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