Ich klebe dir den Mund zu, wenn du nicht ruhig bist!?

BAG, Urteil vom 19.04.2012, 2 AZR 156/11

Eine angestellte Lehrerin hatte Erstklässlern Tesafilm auf den Mund geklebt. Aus Sicht des Schulträgers war dies ein Skandal. Anders ausgedrückt habe die Lehrerin ihre pädagogische Pflicht zum respektvollen und gewaltfreien Umgang mit den Kindern verletzt. Ihr wurde daher gekündigt, zumal sich die Eltern nach Bekanntwerden der Angelegenheit geweigert hatten, ihre Kinder weiterhin in die Schule zu bringen, solange 'die Lehrerin' dort noch arbeitet. Die Lehrerin hielt die Kündigung für völlig ungerechtfertigt und klagte. Alles sei doch gar nicht so schlimm gewesen. Die Sache sei von allen Kindern als „Spaß“ empfunden worden. Gewiss sei sie nicht hinreichend sensibel gewesen, eine Verfehlung könne ihr aber nicht vorgeworfen werden. Das zuständige Landesarbeitsgericht hatte der Klage der Lehrerin stattgegeben. Dieses Urteil hob das Bundesarbeitsgericht auf. „Eine erhebliche Verletzung arbeitsvertraglicher Pflichten läge jedenfalls dann vor, wenn die Klägerin - wie das beklagte Land behauptet - den Schülern tatsächlich zu Disziplinierungszwecken mit einem Tesafilmstreifen den Mund verklebt hätte.“, so das BAG ...

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