Von der Netzreserve zur strategischen Reserve – die Brücke ins Zeitalter der Erneuerbaren?

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Die Bundesregierung macht sich tatsächlich große Sorgen, dass die Versorgungssicherheit in Deutschland in Gefahr ist. Anders lässt sich die hektische Betriebsamkeit, mit der sich Gesetzgeber und Behörden Regelungen zur Gewährleistung von Systemstabilität und Versorgungssicherheit ausdenken, kaum erklären. Neben der Bestimmung systemrelevanter Kraftwerke, Stilllegungsverbot (wir berichteten), Eingriffen in die Kraftwerkfahrweise und Verpflichtungen der Gasnetzbetreiber zur unbeschränkten Kapazitätsgewährung scheint die Bundesregierung jetzt auch beim Thema Strommarktdesign neue Pläne zu haben. Diese sehen allerdings nicht die Einführung von Kapazitätsmärkten vor, sondern eine – zeitlich befristete – Netzreserve, die einer strategischen Reserve zum Verwechseln ähnlich ist. Ist das nun die Brücke ins Zeitalter der Erneuerbaren oder doch nur eine Behelfskonstruktion, um sicher über den nächsten Winter zu kommen?

Fehlender Kraftwerksbau und regionale Kapazitätsprobleme in Süddeutschland

Seit Monaten diskutieren Marktbeteiligte und Bundesregierung, ob ein Kapazitätsmarkt in Deutschland erforderlich ist, um die Stromversorgung langfristig zu sichern und den Umbau des bestehenden Kraftwerkparks zu meistern (wir berichteten). Fest steht: Der Betrieb von thermischen Kraftwerken, vor allem Gaskraftwerken, lohnt sich momentan kaum. Zumindest nicht so, dass neue Kraftwerke dort gebaut würden, wo sie zur Aufrechterhaltung der Stabilität erforderlich sind. In Süddeutschland, das hat der Winter 2011/2012 gezeigt, bestehen erhebliche regionale Kapazitätsprobleme. Im „Bericht zum Zustand der leitungsgebundenen Energieversorgung im Winter 2011/2012“ führt die Bundesnetzagentur (BNetzA) aus, dass bei hoher Last unter bestimmten Witterungssituationen die Netzstabilität bereits heute an ihre Grenzen stößt ...

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