Das “Bauchgefühl” des Kripobeamten als Gegenargument zum Vortrag der Verteidigung

Bauchgefühl

Das war schon reichlich merkwürdig, was ein Aachener Kripobeamter als Zeuge in einem Verfahren wegen 14 Raubüberfällen gestern vor dem Landgericht von sich gab. In einem reinen Indizienprozess hatte die Staatsanwaltschaft argumentiert, nur die beiden Angeklagten könnten die Täter gewesen sein, weil es weder vor noch nach ihrer Festnahme vergleichbare Taten in Deutschland mit anderer personeller Beteiligung gegeben habe. Abgesehen davon, dass diese Argumentation reichlich zirkelschlüssig ist, weil sie ja voraussetzt, dass die beiden aus dem Kosovo stammenden Männer alle angeklagten Taten begangen haben, hatte die Verteidigung etliche – zum Teil ergoogelte – Fälle präsentiert, bei denen die Vorgehensweise sehr ähnlich war und die ersichtlich nicht von den Angeklagten gemeinsam begangen worden sein können. Einer dieser Fälle war aktenkundig und polizeilich sehr umfassend dokumentiert. Die Ermittlungskommission hatte nämlich den Mitangeklagten meines Mandanten überwacht und festgestellt, dass dieser einen Tag vor der Festnahme der Beiden mit einem anderen Mittäter - einem seiner Brüder – eine völlig vergleichbare Tat in Olpe geplant und mit deren Ausführung begonnen hatte, als sie von einem Zeugen gestört wurden und die Tat abbrechen mussten. Ich hatte mich gewundert, dass der Staatsanwalt diese Tat im Rahmen seines Plädoyers ausgeblendet hatte. Deshalb hatte ich danach beantragt, den polizeilichen Ermittlungsführer als Zeuge zu hören.

Der schilderte dann auch den ermittelten Tathergang und bestätigte, dass mein Mandant nicht an der Ausführung beteiligt war, weil er sich zur Tatzeit nachweislich in Belgien aufhielt und auch bei den abgehörten Telefonaten keine Rolle spielte ...

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