1 Stunde, 3 Stunden oder 3 Tage?

Liest man die Blogs oder Webseiten amerikanischer Mediatoren, so stellt man fest, dass dort in der Regel Mediation etwas anders betrieben wird als bei uns (auch die Ausbildungen sind zum Teil wesentlich kürzer als bei uns).

Ein essentieller Unterschied ist der, dass viele Mediatoren im angelsächsischen Bereich die Mediation nach dem single session model durchführen. Das bedeutet, dass die Mediationssitzungen so lange dauern, bis die Parteien sich geeinigt oder endgültig nicht geeinigt haben, gleichgültig ob es 3 Stunden oder 3 Tage dauert, wie eine Mediatorin hier beschreibt. Ein Setting der Mediation, das zumindest meines Wissens nach in Deutschland kaum angewandt wird. Für viele amerikanische Mediatoren ist wiederum das Modell mehrere zeitlich begrenzter Sitzungen fremd.

Sicherlich haben beide Methoden ihre Daseinsberechtigung, wobei ich nach wie vor die Mediation mit mehreren Sitzungen für besser und praktikabler halte.

Wenn Mediation in einer Sitzung mit offener Dauer bis zum süßen oder bitteren Ende durchgeführt wird, so hat das sicherlich den Vorteil, dass der durch Zeitablauf steigende Druck, jetzt endlich zu einer Lösung zu kommen, die Einigungsbereitschaft steigert (oder auch nicht?). Auf der anderen Seite frage ich mich, ob dieser Druck nicht eher dazu führt, Kompromisse einzugehen anstatt nach Konsenslösungen zu suchen ...

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