Sexualität ist mit gewissen Einschränkungen politisch vertretbar…

“Meiner Meinung nach ist Sexualität, ähnlich wie der Euro oder das Fernsehen, mit gewissen Einschränkungen politisch zu befürworten. Ich bin eher ein Anhänger der Sexualität. Der durch Sexualität verursachte Schaden (Überbevölkerung, Krankheiten, Verbrechen) wird durch den Nutzen mehr als aufgewogen. So sehe ich das im Grundsatz…”, schreibt Harald Martenstein in einem bedeutsamen Essay in der ZEIT, das ich Ihnen, liebe strafblog-Leser, unbedingt zur Lektüre empfehlen möchte. “Ich bin, im weitesten Sinne, ein Anhänger der Sexualität”, betitelt Martenstein seinen Beitrag, und das hat mich doch sehr zum Nachdenken über dieses Thema angeregt.

Für mich als Strafverteidiger hat die Sexualität - neben weniger berufsspezifischen Erwägungen - immerhin auch eine nicht hinwegzudiskutierende wirtschaftliche Bedeutung. Das gilt nicht nur für meine diversen Tätigkeiten in Sexualstrafverfahren oder etwa bei Tötungen oder anderen Gewalttaten zum Nachteil des Intimpartners. Nein, selbst Mandate, die auf den ersten Blick überhaupt nichts mit dem Thema zu tun zu haben scheinen, beruhen mittelbar oft auf Sexualität. Nehmen wir zum Beispiel Steuerstrafverfahren. Ein großer Teil davon ist auf Denunziationen durch ehemalige Sexualpartner zurückzuführen, gehörnte oder verlassene Ehefrauen und Geliebte zum Beispiel, die dem früheren Bettgefährten einfach nicht verzeihen können, dass er sich in sehr sexueller Weise einer anderen zugewendet hat ...

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