Einkommensteuer: Kein Sonderbetriebsausgabenabzug für das häusliche Arbeitszimmer bei einem WP/StB

Die Tätigkeit als Wirtschaftsprüfer und Steuerberater wird wesentlich durch die mündliche Kommunikation – vor allem – mit den Mandanten, aber auch mit Mitarbeitern und Dritten, wie Vertretern der Finanzbehörden, geprägt. Diese prägende Tätigkeit findet zwar auch in den Räumen der einzelnen Mandanten und von Dritten, schwerpunktmäßig aber in der Praxis der Partnerschaft statt (FG Düsseldorf 5.9.12, 15 K 682/12 F). Der Kläger - Gesellschafter einer Partnerschaftsgesellschaft - ist Wirtschaftsprüfer und Steuerberater. Die Gesellschaft, die mehrere Mitarbeiter beschäftigt, übt ihre Tätigkeit in zwei als Praxisräume gestalteten Eigentumswohnungen aus. Dort befinden sich die Arbeitsplätze der Mitarbeiter und Büroräume der Partner. Daneben nutzt der Kläger einen Raum in der eigenen Wohnung für seine berufliche Betätigung. Der Raum ist als Büro eingerichtet und verfügt über umfangreiche Fachliteratur sowie eine technische Ausstattung, die ihm den Zugriff auf das EDV-System der Praxis ermöglicht. In der Erklärung über die gesonderte und einheitliche Feststellung machte der Kläger Aufwendungen von mehr als 5.000 EUR für das Arbeitszimmer als Sonderbetriebsausgaben geltend. Er führte aus, der Mittelpunkt seiner gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung befinde sich qualitativ in seinem häuslichen Büro. Das Finanzamt erkannte die Aufwendungen nicht an, weil es sich um ein häusliches Arbeitszimmer handele. Der Schwerpunkt der Tätigkeit des Klägers liege in seiner Kanzlei. Dem schloss sich auch das Finanzgericht an, das den Arbeitsalltag des Klägers ausführlich analysiert: Der Kläger betätigt sich zu mindestens 40% auf dem Gebiet der Steuerberatung und im Übrigen im Bereich der Wirtschaftsprüfung. Die Steuerberatung besteht im Wesentlichen aus der Erstellung von Steuererklärungen und Jahresabschlüssen und der steuerlichen und betriebswirtschaftlichen Beratung. Die Gespräche zur Übernahme dieser Beratungsmandate finden in den Praxisräumen statt ...Zum vollständigen Artikel

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