Der weite Weg zum besseren Image des Insolvenzverfahrens

Nichts bewegt die Insolvenzrechtspraxis derzeit mehr als das „ESUG“ und dessen Auswirkungen auf die Insolvenzkultur in Deutschland. Das Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen (ESUG, BGBl. 2011, Teil 1 Nr. 64, S. 2582) hat zum Ziel, die Insolvenzordnung sanierungsfreundlicher zu gestalten. Schuldner sollen einen Anreiz erhalten, Insolvenzanträge frühzeitig zu stellen und das Insolvenzverfahren zur Sanierung zu nutzen. Die Reform wird das bisherige Image des Insolvenzverfahrens als Endstation positiv verändern. Bis dahin ist es allerdings noch ein weiter Weg.

Schuldner, Gläubiger, Gerichte und Berater befinden sich bei der Anwendung des ESUG derzeit in einem Findungsprozess. Auch das Umdenken in den Köpfen der Beteiligten wird Zeit benötigen. Noch hat die Vermeidung des „Schreckgespenstes“ Insolvenz oberste Priorität, wenn ein Unternehmen in die Krise gerät. Dabei steht den Schuldnern unterstützend zu den operativen auch eine Vielzahl rechtlicher Instrumente zur Verfügung. Allerdings muss das rechtliche Mittel der Wahl sorgsam ausgesucht und gestaltet sein, um den Weg für die Sanierung des Unternehmens ebnen zu können.

Die überwiegende Zahl der Insolvenzanträge ist auf die Zahlungsunfähigkeit des Schuldners zurückzuführen. Der Schuldner ist zahlungsunfähig, wenn er nicht in der Lage ist, seine fälligen Zahlungspflichten zu erfüllen. Dabei sieht die Rechtsprechung es als unschädlich an, wenn diese Zahlungsunfähigkeit innerhalb von drei Wochen beseitigt wird oder lediglich maximal 10% der fälligen Zahlungsverpflichtungen nicht erfüllt werden können. Um die Zahlungsfähigkeit jederzeit feststellen und Gegenmaßnahmen rechtzeitig ergreifen zu können, sind die geschäftsführenden Organe angehalten, die Liquidität der Gesellschaft laufend anhand von Liquiditätsplänen zu überwachen ...

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