“God bless you, Herr Rechtsanwalt, you are my brother!”

Mit der “political correctness” in Blogbeiträgen ist das manchmal so eine Sache. Gestern habe ich mir die Kritik eines strafblog-Lesers zugezogen, weil ich 2 Prostituierte, die augenscheinlich den früheren Schatzmeister der brandenburgischen Grünen um rund eine halbe Million Euro abgezogen haben, die der wiederum aus der Parteikasse abgezweigt hatte, in der Überschrift als “Nutten” bezeichnet habe. Ich hatte tatsächlich überlegt, ob ich dieses böse Wort verwenden soll, habe mich dann aber dafür entschieden, weil es ja weniger um die Berufsausübung der beiden Damen, sondern mehr um die ziemlich dreiste Abzocke ging. Da darf man auch schon mal “Nutten” sagen, finde ich.

Jetzt laufe ich vielleicht schon wieder Gefahr, mich bei kritischen Zeitgenossen unbeliebt zu machen. Ich berichte nämlich über ein Gespräch mit einem Schwarzafrikaner, der mich aus der Untersuchungshaft heraus kontaktiert und um meinen Besuch gebeten hat. Als ich ihn in der Haftanstalt aufsuchte, kam der mit einer altbekannten Leier, die mir aus etlichen Verfahren mit afrikanischen Mandanten bekannt ist. Ja, selbstverständlich wird er mich bezahlen, sobald er aus der Haft raus ist, dann kommt er an sein Geld, meint er in englischer Sprache. Nein, da ist leider niemand, der vorab Zahlungen leisten kann, an sein Geld kommt sonst niemand ran. Ich weise darauf hin, dass jedenfalls bei Auslandsmandanten ohne deutschen Wohnsitz Vorkasse erforderlich ist, weil ansonsten die Gefahr bestehe, gar kein Honorar zu sehen. “Believe me, Mr. Lawyer, I´ll pay you. I´m honest, you know. And I´m innocent.” Trotz der ziemlich eindeutigen Personenbeschreibung durch mehrere Zeugen und etlicher signifikanter Bekleidungsdetails besteht er auf einer Personenverwechslung ...

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