„Ich bin dann mal lieber weg“ – Die Fahrerflucht und seine strafrechtlichen Konsequenzen

Die folgende Situation dürfte einigen Autofahrern unter uns, wenn auch in abgewandelter Form, bekannt sein: Man befindet sich in einem Moment der Unachtsamkeit und ehe man sich versieht, gibt es einen Knall, der das blöde Gefühl hervorruft, einen Unfall verursacht zu haben.

Genauso erging es auch einem Autofahrer, mit dessen Verhalten sich das Landgericht Aurich in dem Verfahren 12 Qs 81/12 zu beschäftigen hatte. Der Beschuldigte fuhr mit seinem Auto an einem Bahnübergang gegen den dortigen Schrankenantrieb und verursachte dadurch einen Sachschaden von ca. 5600 €. An sich ist dies noch kein Sachverhalt, mit dem man sich auf strafrechtlicher Ebene beschäftigen müsste. Die Bewertung ändert sich aber, wenn der Unfallverursacher keinen kühlen Kopf bewahrt und vor Schreck einfach davon fährt.

Und genau das machte der Beschuldigte, nachdem ihm einige Gäste der angrenzenden Pizzeria zur Hilfe geeilt waren und das Fahrzeug von den Bahnschienen wegbewegt hatten. Er setzte sich zurück in den Wagen und fuhr davon, ohne Feststellungen zu seiner Person vornehmen zu lassen. Erst nachdem er eine Werkstatt aufgesucht hatte, meldete er sich mit 40-minütiger Verzögerung bei der örtlichen Polizeistelle, bei der er angab, für den Unfall verantwortlich zu sein.

Der Tatbestand der Fahrerflucht / Unfallflucht gem. § 142 StGB und seine strafrechtlichen Konsequenzen Dieses Verhalten ist umgangssprachlich als Unfallflucht oder Fahrerflucht bekannt. Das Strafgesetzbuch bezeichnet es als „unerlaubtes Entfernen vom Unfallort“. Die Rede ist von § 142 StGB. Nach diesem wird derjenige mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft, der sich nach einem Unfall im Straßenverkehr vom Unfallort entfernt, bevor er zugunsten anderer Unfallbeteiligter oder Geschädigter die notwendigen Angaben macht.

Dazu gehören Angaben zur Feststellung der Person, des Fahrzeugs und die Art der Beteiligung ...

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