Die Gräber der Anderen – Datenschutz auch für Verstorbene?

Es ist ein grauer, verregneter Montag in Hamburg. Anlass genug, Datenschutz und ein wenig Morbidität in einem Blog-Artikel zusammenzubringen. Der Weser-Kurier berichtet über den “Verein für Computergenealogie”, der Fotoaufnahmen von Gräbern anfertigt und diese anschließend über das Internet veröffentlicht.

Das Projekt der visuellen Archivierung von Grabsteinen

Der Zweck des Projekts der visuellen Grabsteinarchivierung war ursprünglich der Erhalt und die Dokumentation von Grabanlagen, die nach Ablauf der 25 Jahres Frist nicht mehr durch Angehörige gepflegt wurden und denen die Einebnung droht. Nun werden gleichwohl auch Gräber fotografiert, bei denen gerade einmal das Trauerjahr abgelaufen ist. Hiergegen wendet sich in den vorgenannten Artikel ein betroffener Vater, der eine Abbildung des Grabsteins seines Sohnes auf der Website des Vereins aufgefunden hatte.

Datenschutz auch für Verstorbene?

Ferner wird in den Artikel Harald Stelljes, Mitarbeiter des Bremer Landesbeauftragten für Datenschutz zitiert.

Es stimmt zwar, dass das Fotografieren und Veröffentlichen von Grabsteinen zulässig ist, sagt er. Denn Verstorbene könnten keine Persönlichkeitsrechte mehr geltend machen, da sie keine Grundrechtträger mehr seien. Sobald aber ein Angehöriger der Veröffentlichung widerspricht, weil er sich dadurch zum Beispiel in seiner Trauer gestört fühlt, sollte eine Prüfung der Datenschutzbehörde ergeben, dass die Fotos gelöscht werden müssen, sagt Stelljes.

Wir denken, so einfach wird die Löschung nicht sein. Wie so oft in der Juristerei, so ist auch die Frage ob die Bestimmungen des BDSG auch für Verstorbene gelten, streitig. Die sog. hM. geht gleichwohl davon aus, dass das BDSG eine lebende Person voraussetzt ...

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