Von den Schweinen gefressen

Unter der Rubrik "Mord und Totschlag" wurde gestern hier berichtet, im Landgerichtsbezirk Aachen habe ein halbes Dorf einen Mord verschleiert. Aber es geht auch anders herum. Wirklich lesenswert dazu der Bericht der Kollegin Regina Rick in der aktuellen StraFo, S. 400 ff. In Ingolstadt hat in den ersten zehn Jahren dieses Jahrzehnts offenbar ein ganzes Dorf einen Mord erfunden - und damit bis zum Bundesgerichtshof Erfolg gehabt. Es geht um den Fall des Landwirtes Rudolf Rupp, über den auch schon z. B. in der Printausgabe des "Spiegel" (Nr. 22/11) berichtet wurde. Der insolvente und schwer kranke Mann war im Jahre 2001 einfach verschwunden. In seinem idyllischen bayrischen Heimatdorf kamen bald darauf Gerüchte auf, die eigene Familie - Ehefrau, zwei Töchter und ein Schwiegersohn in spe - hätten ihn umgebracht, die Leiche zerstückelt und die Leichenteile an die Hunde verfüttert. Später tauchen in diesem Zusammenhang auch noch Schweine auf. Alles frei erfunden, wie man heute weiß, die Leiche tauchte Jahre später unversehrt wieder auf. Der tote Landwirt wurde im Jahre 2009, noch in seinem Auto sitzend, aus der Donau-Staustufe geborgen. Aber Gerüchte sind hartnäckig. Ermittlungsbehörden auch. Die seinerzeit ermittelnde Polizei vernahm die vier Familienmitglieder - allesamt mit einem IQ im Debilitätsbereich - einfach so lange, bis jeder für sich irgendeine erfundene Geschichte präsentierte, wie man das Familienoberhaupt beseitigt habe. Die passten zwar alle nicht zusammen, alles war unter Druck erlogen; aber Hauptsache, man hatte jemanden gefunden, den man bestrafen konnte ...Zum vollständigen Artikel

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