PKW-Zusammenstoß mit rücksichtslosem Fußgänger

Das Oberlandesgericht Hamm (OLG) hat mit Beschluss vom 26.04.2012 (Az. I-6 U 59/12) über die Frage der Unvermeidbarkeit bei einem Zusammenstoß eines PKW mit einem Fußgänger entschieden. Im Fall wurde der klägerische Fußgänger bei einem Verkehrsunfall mit einem PKW verletzt, als er um die Mittagszeit eine mehrspurige Straße vom rechten Fahrbahnrand aus kommend überquerte. Der Kläger behauptete vor dem OLG, der PKW-Lenker hätte ihn sehen müssen. Dieser sei zudem zu schnell gefahren. Das Landgericht (LG) hat die Klage abgewiesen, weil der Unfall unvermeidbar gewesen sei. Das LG hielt die Einlassung des PKW-Lenkers für glaubhaft, er habe den Kläger wegen der Verdeckung durch ein rechts vor ihm fahrendes Fahrzeug nicht rechtzeitig sehen können. Er sei auch nicht unangemessen schnell gefahren. Der Fußgänger habe hingegen unter Verletzung von § 25 StVG die Fahrbahn überquert. Bei der Abwägung der Verantwortungsbeiträge nach §§ 9 StVG, 254 BGB wiege das Verschulden des Klägers so schwer, dass die Betriebsgefahr des PKW dahinter zurücktrete. Das OLG hat sich dieser Ansicht angeschlossen. Das OLG hob hervor, dass es ungewöhnlich gewesen wäre, wenn der beklagte PKW-Lenker – hätte er den Kläger gesehen – nicht gebremst hätte ...

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