14 Monate mit Bewährung für die Einfuhr eines guten Kilos schlechtes Amphetamin

Etwas mehr als ein Kilo Amphetamin führte die einschlägig vorbestrafte Endzwanzigerin mit sich, als sie vor einem knappen Jahr von Holland kommend kurz hinter einem bei Aachen liegenden Grenzübergang von der Polizei kontrolliert wurde. Die junge Frau sah damals verheerend aus, blass, mit rot geränderten Augen und ohne Haare auf dem Kopf. Das waren die Folgen einer Chemotherapie in Zusammenhang mit einer längeren Krebserkrankung, und weil sie sich nachweisbar in ständiger ärztlicher Behandlung befand und allein deshalb schon nicht weglaufen würde, hat die Haftrichterin die Frau trotz der 2 Jahre Mindeststrafe, die auf die Einfuhr nicht geringer Mengen von Betäubungsmitteln stehen, von der Untersuchungshaft verschont.

Am Anfang dieser Woche wurde in der Sache vor dem Schöffengericht in Geilenkirchen verhandelt. Der Vorsitzende war jovial und freundlich, so wie ich ihn bereits kenne, und auch der Aachener Staatsanwalt schien von Beginn an verständnisvoll und jedenfalls kein Hardliner zu sein. So etwas ist wichtig in einem solchen Fall, wo eine mögliche Bewährungsstrafe von der Ausgangslage her auf der Kippe steht. Allein schon wegen der Vorstrafe, die allerdings schon 8 Jahre zurücklag, musste ein minderschwerer Fall her, damit eine Bewährungsstrafe möglich sein würde.

Sie habe das Amphetamin nicht für sich, sondern für einen guten Freund gekauft, der sie während ihrer Krankheit unterstützt habe und den sie nicht benennen wolle, hatte die Mandantin schon bei der Haftrichterin vorgetragen, sie selbst hätte lediglich Spritgeld in Höhe von 50 Euro erhalten sollen. So eine Einlassung kann man glauben oder auch nicht. Prozessual kommt es darauf an, ob sie widerlegbar ist, und das war nicht der Fall ...

Zum vollständigen Artikel

Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK