Akute Abmahngefahr für Amazon- und eBay-Händler: Die Angabe „Voraussichtliche Versanddauer“ ist zu unbestimmt

Ein aktuelles Urteil des OLG Bremen dürfte bei Unternehmern, die ihre Ware über die Plattformen Amazon und eBay absetzen für reichlich Unbehagen sorgen: Das OLG stellte fest, dass die Angabe einer bloß voraussichtlichen Versanddauer zu unbestimmt sei. Erschwerend kommt hinzu, dass die vom Gericht beanstandete Angabe der Versanddauer von den Plattformen Amazon und eBay automatisch zu den Angeboten der Verkäufer hinzugefügt wird. Durch diesen Automatismus ist eine Vielzahl von Unternehmern betroffen.

Wo liegt das Problem?

Sowohl Amazon als auch eBay stellen automatisiert Angaben zur Versanddauer zur Verfügung.

Bei Amazon findet sich diese Angabe auf der jeweiligen Infoseite über den Verkäufer unter den Versandbedingungen des Verkäufers. Dort findet sich dann - ggf. auch mehrfach nach Versandart und Zielland unterteilt - die Angabe:

„Voraussichtliche Versanddauer: x-y Tage“

Im Rahmen von Angeboten auf der Plattform eBay findet sich eine derartige Information bereits auf der jeweiligen Artikelseite. Unter dem Punkt „Lieferung“ heißt es dort „Voraussichtlich innerhalb von x-y Werktagen nach Zahlungseingang“. Diese Angabe findet sich dann nochmals unter den Detailinformationen zum Versand.

Die Verwendung dieser doch etwas dehnbaren Angaben zur Dauer der Lieferung erfolgt damit in vielen Fällen wohl gar nicht bewusst durch den jeweiligen Verkäufer.

Welcher Ansicht war das OLG Bremen?

Der Entscheidung des OLG Bremen lag der Verkauf über die Plattform Amazon zugrunde. Aufgrund der Ähnlichkeit der Formulierung und Gestaltung dieses Hinweises auf die Lieferdauer im Rahmen von eBay-Angeboten ist die Rechtsprechung jedoch auf diese übertragbar ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK