Rechtsverletzungen durch Autocomplete-Suchvorschläge?

Christopher Brosch beschäftigt sich in seinem Aufsatz in der AnwZert ITR 207 2012, Anm. 2 ausführlich mit dem Problem der Autocomplete-Funktion bei Suchmaschinen.

Bettina Wulff kämpft seit dem Rücktritt ihres Mannes stark gegen Gerüchte, sie habe früher im Rotlichtmilieu gearbeitet. In ihrer Offensive will sie Medienberichten nach nun auch gegen die Autocomplete-Funktion von Google vorgehen, da die Suchmaschine bei der Eingabe ihres Namens als mögliche Suchvorschläge Prostituierte und ähnliches vorschlägt. Der Verfasser nimmt sich dies zum Anlass sich einmal näher mit der Autocomplete-Suche zu beschäftigen.

Bei der Autocomplete-Funktion werden bereits während des Tippens mögliche Suchvorschläge aufgezeigt. Diese Vorschläge werden nicht von der Redaktion erstellt, sondern werden vielmehr technisch durch die Häufigkeit der eingegebenen Suchkombination anderer Nutzer ermittelt.

Deutsche Rechtsprechung zu diesem Thema gibt es bis dato nur vereinzelt, aber auch die Rechtsprechung anderer europäischer Staaten ergibt ein uneinheitliches Bild. So urteilte das Pariser Berufungsgericht, dass „ Google […] nicht für die Suchanfragen seiner Nutzer verantwortlich gemacht werden“ könne, während ein Mailänder Gericht der Ansicht war, dass Google die Pflicht hätte zumindest bestimmte Begriffe wie zum Beispiel Betrüger herauszufiltern.

Es stellt sich sodann die Frage, ob eine Klage von Frau Wulff gegen Google erfolgreich wäre ...

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