Freundlichkeit lohnt sich nicht? Schwuler Samenspender muss Unterhalt zahlen

Wie ist die Rechtslage, wenn ein Mann aus Gefälligkeit einem Paar seinen Samen für die Zeugung eines Kindes zur Verfügung stellt?

Was kann familienrechtlich passieren, wenn ein Schwuler aus Freundlichkeit seinen lesbischen Freundinnen den Samen spendet, damit diese damit ein Kind zeugen können?

1.Sachverhalt

In Großbritannien hat ein schwuler Samenspender seinen beiden lesbischen Freundinnen für die Kindeszeugung seinen Samen gespendet. Die befreundeten Frauen baten diesen im Jahr 1997 um eine Samenspende. Er wollte damit seinen Freundinnen einen „Gefallen“ tun. Aus dieser Samenspende sind zwei Mädchen gezeugt worden. Die Beziehung zwischen den Frauen zerbrach. Die Kinder blieben bei einer der beiden Frauen. Nun wird Unterhalt von dem Mann verlangt. Dieser ist „empört“.

Dabei sind diese Fälle nicht selten. Ein vergleichbarer Fall ist derzeit in Berlin anhängig. Auch hier hatten sich zwei Frauen von einem Mann den Samen „geben lassen“ um ein Kind zu zeugen. Die Beziehung zwischen den Frauen zerbrach auch und die kinderbetreuende Frau verlangte Unterhalt für sich und das Kind.

2. Rechtlage

Für den Samenspender besteht ein erhebliches Risiko später auch in Anspruch genommen zu werden Rechtlich sieht die Situation wie folgt aus:

Vater eines Kindes ist formal gesehen der Mann aus drei Gründen: entweder weil der Mann zum Zeitpunkt der Geburt mit der Mutter verheiratet war oder weil der Mann die Vaterschaft anerkannt hat oder weil die Vaterschaft gerichtlich festgestellt wurde (§1592 BGB). Daraus ergeben sich dann einige Rechtsprobleme:

a) Unterhalt gemäß §1615l BGB

Die biologische Mutter kann auf Anerkennung der biologischen Vaterschaft bestehen. Sobald die Vaterschaft feststeht steht der Kindesmutter Unterhalt zu (§ 1615l BGB). Insbesondere in den Fällen in denen der Samenspender weiß, dass mit seinem Samen ein Kind gezeugt werden soll, kann er sich m.E. auch nicht auf Verwirkung berufen ...

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