Hamburg: Schwensen veräppelt das Gericht mit einem Doppelgänger

Seltsame Szenen müssen sich vor dem Hamburger Landgericht abgespielt haben. Kiezgröße Karl-Heinz Schwensen musste sich im Berufungsprozess wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis verantworten. Dabei trat er untypisch ohne Schnauzbart und Sonnenbrille auf. Dafür hielt sich aber für kurze Zeit ein ihm verdächtig ähnlich aussehender Mann im Gerichtssaal auf. Die Staatsanwaltschaft und das Gericht hatten nun Bedenken bezüglich der Identität des Angeklagten. Dieser konnte sich auch nicht mit einem Personalausweis ausweisen. Selbst die anwaltliche Versicherung seines Strafverteidigers reichte dem Gericht nicht aus. Es stellte kurzer Hand fest, dass der Angeklagte ausgeblieben sei, und verwarf die Berufung. Dabei bot Schwensen sogar an, dass man seine Fingerabdrücke nehmen könnte. Als das Gericht darauf nicht reagierte, riss er seinen Pulli hoch und zog seine Jeans ein Stück runter, um eine Schusswunde zu zeigen. Aber auch dies beeindruckte das Gericht nicht weiter.

Dabei wollte Schwensen mit dem Doppelgänger nur demonstrieren, wie leicht Menschen sich täuschen können. Denn zwei Polizisten behaupten, sie hätten Schwensen hinter dem Steuer eines Mercedes erkannt, und dass, obwohl er keine Fahrerlaubnis mehr hatte. Auf die Frage wie sie ihn erkannt haben, sagten sie, dass lediglich zwei Personen abends mit Sonnenbrille rumlaufen: Heino und Schwensen und dass es nicht Heino war, da waren sich die Beamten sicher.

Autor des Beitrags ist Rechtsanwalt für Strafrecht & Strafverteidiger Dr. Böttner, Anwaltskanzlei aus Hamburg und Neumünster. Weitere Gerichtsentscheidungen und allgemeine Informationen zum Strafrecht und der Strafverteidigung finden Sie auf der Kanzlei-Homepage ...

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