Legalese Folge 6: Drei, zwei, eins…Deins!

In unserer Serie widmen wir uns heute dem M&A-Auktionsverfahren und der Risikoallokation – und zwar aus Verkäufersicht. Seit einigen Jahren werden – auch kleinere – Unternehmen zunehmend im Rahmen eines Auktionsverfahrens verkauft: Startpunkt ist der Versand eines „Teaser“ an mögliche Interessenten, in dem die wirtschaftlichen Eckdaten der Zielgesellschaft allgemein dargestellt sind. Beißt der Interessent an, so erhält er nach Abschluss einer Vertraulichkeitsvereinbarung ein detailliertes Informationsmemorandum. Dieses ist Grundlage eines ersten indikativen Angebots.

Anhand der indikativen Angebote sämtlicher Bieter entscheidet der Verkäufer, wer sich für die Due Diligence qualifiziert und damit im (meist virtuellen) Datenraum Unterlagen und Informationen über die Zielgesellschaft sichten darf. Der Verkäufer versendet parallel einen Kaufvertragsentwurf an die Bieter. Die Bieter prüfen mögliche Risiken in der Due Diligence, sichten den Kaufvertragsentwurf und geben bei Interesse ein „verbindliches Angebot“ (das sog. „binding bid“) ab.

Das Spannungsverhältnis ist augenscheinlich: Der Verkäufer ist an einem preistreibenden Wettbewerb möglichst vieler Bieter interessiert und möchte möglichst wenig Änderungen am verkäuferfreundlichen Vertragsentwurf vornehmen. Der Erwerbsinteressent möchte sich bestmöglich gegen die im Rahmen der Due Diligence identifizierten Risiken schützen. Ihm ist hierbei bewusst, bei zu starker Risikoorientierung aus dem Bieterkreis auszuscheiden ...

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