Überwachungsstaat 2.0 – INDECT und die Verkehrstoten

Am vergangenen Wochenende fanden erneut dutzende Demonstrationen gegen das umstrittene INDECT-Projekt statt, größtenteils war die Resonanz allerdings mehr als dürftig.

In Berlin versammelten sich beispielsweise nur etwa 100 Demonstranten zu einem 60 Meter „langen“ Protestzug, in anderen Städten waren es sogar noch deutlich weniger. Es stimmt nachdenklich, dass sich so wenige Bürger für die Überwachungsmaschine des Staates interessieren. Autofahrer haben es da deutlich besser.

Was ist INDECT?

INDECT ist ein Forschungsprojekt zur Erhöhung der Sicherheit der Bevölkerung, gefördert von der Europäischen Union. Wir hatten bereits mehrfach darüber auf unserem Blog berichtet:

INDECT steht für „Intelligent information system supporting observation, searching and detection for security of citizens in urban environment“.

Zu deutsch: Intelligentes Informationssystem zur Unterstützung von Überwachung, Suche und Erfassung für die Sicherheit von Bürgern in städtischer Umgebung.

Das Projekt will eine Bündelung von Hard- und Software verschiedenster Überwachungstechnologien erreichen. Dabei sollen Computersysteme selbst verdächtiges Verhalten erkennen und melden.

INDECT – Die Medien und die Fakten

Während der olympischem Sommerspiele in London wurden die Überwachungskameras der ehemaligen Überwachungsanlage CCTV (Closed Circuit Television) angeblich mit INDECT gekoppelt. Sagt die Welt in ihrer Onlineausgabe.

Warum „angeblich“? Genau aus dem gleichen Artikel der Welt stammt auch die Fehlinformation, INDECT sei bei der Fussball-EM in diesem Jahr eingsetzt worden. Dies ist jedoch inzwischen von der EU-Kommission entschieden zurückgewiesen worden.

Fakten könnten helfen, die Wogen etwas zu glätten. Davon gibt es leider jedoch nur wenige. Und die Fakten, die bekannt sind, sind nüchtern betrachtet dann doch eher dünn ...

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  • INDECT lässt den Bürger nicht mehr aus den Augen

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