AG Hamburg: Auch Rechtsanwälte im Leopardenmantel haben Anspruch auf Aufnahme in eine öffentliche Rechtsanwaltsliste

AG Hamburg-Mitte, Urteil vom 11.09.2012, Az. 18b C 389/11 § 280 Abs. 2 BGB, § 286 Abs. 2 Nr. 3 BGB

Das AG Hamburg-Mitte hat einem Rechtsanwalt, der auch schon einmal öffentlich im Leopardenmantel posierte, den Zugang zu einer Anwaltsliste gewährt. Auf der streitgegenständlichen Liste halfen sich Rechtsanwälte gegenseitig auf kostenfreier Basis bei rechtsproblematischen Fragen, teilweise auch mit allgemeiner Lebenshilfe. Ein Neuzugang dieser Liste hatte nun den drolligen Einfall, die kollegialiter erteilten Rechtsauskünfte auch kostenlos direkt dem großen Meer der Verbraucher zugänglich zu machen. Das fand der Administrator der Liste wie - fast - jedes Mitglied der Liste wenig lustig und versagte dem Mitglied dauerhaft den Zugang zu derselben. Letzteres klagte und hatte Erfolg. Mal sehen was die Folgeinstanz davon hält (vgl. LG Hamburg, Urteil vom 28.08.2008, Az. 315 O 326/08, hier). Zum Volltext der Entscheidung: Amtsgericht Hamburg-Mitte

Urteil

1. Das Versäumnisurteil vom 13.03.2012 wird aufgehoben.

2. Der Beklagte wird verurteilt, an den Kläger 30,40 EUR zu zahlen.

3. Die Widerklage wird abgewiesen.

4. Der Beklagte hat die Kosten des Rechtsstreits zu tragen.

5. Das Urteil ist vorläufig vollstreckbar.

Beschluss:

Der Streitwert wird auf 530,40 EUR festgesetzt.

Der Wert der Klage (30,40 EUR) und der Wert der Widerklage (vom Gericht auf 500,00 EUR geschätzt) sind zu addieren, § 45 Abs. 1 S. 1 GKG.

Tatbestand

(Das Urteil ist nach § 313a Abs. 1 ZPO abgekürzt)

Gründe

Die Klage ist zulässig und begründet (I.), die Widerklage zulässig, aber unbegründet (II.).

I. Der Kläger hat gegen den Beklagten einen Anspruch auf Zahlung von 30,40 EUR aus §§ 280 Abs. 2, 286 Abs. 2 Nr. 3 BGB.

Gemäß §§ 280 Abs. 2, 286 Abs. 2 Nr ...

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