Kein Schmerzensgeld für Frauchen

Mit Urteil vom 20.3.2012 - VI ZR 114/11 hat der BGH die Klage einer Hundehalterin auf "Angehörigenschmerzensgeld" wegen eines Schockschadens abgewiesen, den diese beim Anblick einer fatalen Begegnung ihres Hundes mit einem Traktor (samt Anhänger) erlitten hatte. Die Hundehalterin hatte ihre junge Labradorhündin frei im Feld herumlaufen lassen, wobei es zu der bedauerlichen Begegnung zwischen Hund und Traktor kam.

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Schäden der Hundehalterin Als Schaden verblieben der trauernden Hundehalterin im Wesentlichen die Anschaffungskosten für den verblichenen Hund. Darüber hinaus machte sie jedoch auch einen Schmerzensgeldanspruch aufgrund einer "schweren depressiven Episode" geltend. Gericht sieht Haftungsquote von 50 % Das Gericht muss bei Verkehrsunfallschäden zunächst eine Haftungsquote bilden, die sich sowohl nach dem Verschulden der Beteiligten als auch nach der den Beteiligten zurechenbaren Betriebsgefahr richtet. Die Betriebsgefahr, die von dem Traktor mit Anhänger ausging, war ziemlich hoch. Schließlich ist ein Tonnen schwerer Traktor mit Anhänger schwer zu beherrschen. Mal eben einem Hindernis auszuweichen, wie dies mit einem Kleinwagen leicht möglich ist, ist mit den weichen Ballon-Reifen eines Traktors nicht machbar. Die schlechte Beherrschbarkeit eines Traktor ist natürlich aus Sicht des Fahrers kein Nachteil, da man mit einem so großen Fahrzeug Hindernisse, zum Beispiel einen Kleinwagen, einfach überfahren kann, ohne dass dies den Fahrkomfort erheblich mindert. Aber gerade diese positive Eigenschaft begründet aus Sicht des Gerichts eine ganz erhebliche Betriebsgefahr. Sind Hund und Traktor gleich gefährlich? Da das Gericht von einer Haftungsquote von 50 % ausging, war es offenbar der Ansicht, dass ein ca ...

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