Folgenreiches Herzrasen

Das Landgericht Bielefeld hat mit Urteil vom 17. Juni 2011 (Az.: 1 O 115/07) entschieden, dass eine Frau, die unter einer zu hohen Herzfrequenz leidet, insofern nicht automatisch i.S.d. Versicherungsbedingungen einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung berufsunfähig ist. Das gilt selbst dann, wenn sie von der Deutschen Rentenversicherung Bund eine Rente wegen voller Erwerbsminderung bezieht.

Die Klägerin war als Krankenschwester tätig und hatte zuletzt im Schichtdienst eines Krankenhauses gearbeitet. Als sie seit Januar 2006 wegen einer unter Belastung auftretenden, krankhaft beschleunigten Herzfrequenz mit Luftnot und deutlich verminderter Leistungsfähigkeit arbeitsunfähig krankgeschrieben worden war, erhielt sie seit Mai des Folgejahres von der Deutschen Rentenversicherung Bund eine Rente wegen voller Erwerbsminderung. Gleichzeitig beantragte sie Leistungen aus einer bei dem beklagten Versicherer bestehenden Berufsunfähigkeitsversicherung, deren Leistungen dann beansprucht werden konnten, wenn die Versicherte dauerhaft zu mindestens 50 % nicht mehr dazu in der Lage war, ihren Beruf auszuüben.

Als der Versicherer der Klägerin zunächst kulanzweise rund 3.600,- Euro gezahlt hatte, stellte er nach Einholung eines nervenärztlichen sowie eines internistischen Gutachtens die Zahlungen ein und bestritt, dass die Klägerin berufsunfähig war, zumal seines Erachtens die Möglichkeit bestand, sie auf eine andere Tätigkeit, zum Beispiel der einer Arzthelferin, zu verweisen ...

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