Papierloses Gericht? Ein Erfahrungsbericht.

"Die Zukunft ist auch bei Gericht papierlos" schreibt Kollege Hans-Uwe Pasker bei der lto.de (Legal Tribune Online) - und ich vermisse irgendwie das zwinkernde Smiley hinter dieser Überschrift. Doch das folgt ein paar Absätze weiter in Form der Feststellung
"Im Zweifel wird dies dazu führen, dass die elektronische Akte ausgedruckt und wie bisher bearbeitet wird. Die Anschaffung leistungsfähiger Drucker und Scanner wird deshalb empfohlen."
Die Gerichte, so der Bundesrat, sollen also endlich elektronischen Rechtsverkehr anbieten. Wir Anwälte dürfen dann mithilfe eines elektronischen Gerichtsfachs mit dem Richter kommunizieren, Akten einsehen, Schriftsätze wechseln, Empfangsbestätigungen abgeben. Eigentlich müssten sogar zwei Smileys in der Überschrift stehen. Zum einen wegen dem "papierlos" und zum anderen wegen dem "auch". Erstens: "Auch" bedeutet, es muss noch andere geben, die papierlos ihr Büro führen. Und das ist der erste Witz. Denn: Zweitens: Eines ist klar: "Papierlos" ist schlicht eine Utopie. Und das hat viele Gründe. Die fehlende Haptik, die fehlende Aufmerksamkeit gegenüber Bildschirminhalten, die schwerere Lesbarkeit, die fehlende Möglichkeit, mit mehreren Fingern gleichzeitig mehrere Fundstellen in einer Akte zu "markieren". Es ist kein Wunder, dass es immer noch viele Menschen gibt, die sich ihre E-Mails lieber auf dem Papier lesen. Oder dass man über manche Politiker scherzhaft behauptet, sie würden sich das Internet ausdrucken lassen. Und es gibt Gründe dafür, die ich nachfolgend kurz beschreiben möchte: Projekt "elektronische Akte" Ich könnte noch ewig so weiter machen, möchte hier aber stattdessen von einem Projekt berichten, an dem ich maßgeblich beteiligt war. Das Projekt fand nicht bei einem Gericht statt, sondern in einer Rechtsanwaltskanzlei ...Zum vollständigen Artikel


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