BGH: Das Nachschieben von Vorwürfen durch das Opfer begründet eine Nachforschungspflicht über die Glaubwürdigkeit

Schiebt eine Geschädigte immer weitere sexuelle Handlungen bezüglich einer Vergewaltigung hinterher, muss dieses Verhalten in einer Gesamtwürdigung berücksichtigt werden.

Wegen Körperverletzung in zwei Fällen und Vergewaltigung in zehn tateinheitlichen Fällen wurde der Angeklagte vom Landgericht Saarbrücken zu vier Jahren und sechs Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. Die Strafverteidigung rügt in ihrer Revision, dass das Landgericht die Glaubwürdigkeit der Nebenklägerin nicht hinreichend erforscht hätte. So sprach das Landgericht von einer „hohen Aussagekonstanz“ der Geschädigten. Dabei berücksichtige es jedoch nicht, dass die Nebenklägerin bei ihrer polizeilichen Strafanzeige lediglich von Schlägen und Nötigungen zum Drogenkonsum sprach. Erst bei der Vernehmung durch die Polizei erwähnte sie auch erzwungenen Geschlechtsverkehr. Rund fünf Wochen später erweiterte sie ihre Vorwürfe um weitere erniedrigende Akte. Weitere fünf Monate später gab die Nebenklägerin zusätzlich an, dass sie auch zu sexuellen Handlungen mit einem Hund gezwungen wurde ...

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