Telekom-Bespitzelungsaffäre: BGH bestätigt Haftstrafe für ehemaligen Abteilungsleiter

Der ehemalige Leiter der Abteilung Konzernsicherheit bei der Deutschen Telekom war vom Landgericht Bonn zu dreieinhalb Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden.

Heute bestätigte der Bundesgerichtshof das Urteil wie die „Welt“ berichtet. Das Urteil liegt noch nicht vor (Aktenzeichen: Bundesgerichtshof 2 StR 591/11).

Die “Bespitzlungsaffäre”

Die Deutsche Telekom hatte in den Jahren 2005 und 2006 Telefondaten von 55 Personen ausspioniert, darunter Manager, Journalisten, Gewerkschafter (wie etwa Verdi-Chef Frank Bsirske) und 7 Aufsichtsräte. Es sollte herausgefunden werden, wie Unternehmensinterna an die Presse gelangten. Hunderttausende Verbindungsdaten wurden illegal beschafft und von der Firma Network Deutschland (Berlin) ausgewertet, um herauszufinden, welche Telekom-Mitarbeiter mit welchen Journalisten gesprochen hatten. 2008 machte der Spiegel die Vorgänge erstmals öffentlich. Auch als der vermeintliche Informant gefunden war, wurde die illegale Überwachung der Verbindungsdaten aufrechterhalten.

Der 60-jährige Ex-Abteilungsleiter für Konzernsicherheit hatte im Prozess als Hauptangeklagter die alleinige Verantwortung für das illegale Ausspionieren übernommen und sich vor die von ihm eingespannten Mitarbeiter gestellt. Er sei zwar vom damaligen Vorstandschef Kai-Uwe Ricke beauftragt worden, das Informationsleck aufzuspüren. Allerdings habe er keinen konkreten Auftrag für das Ausspionieren bekommen.

Die Ermittlungen gegen Ricke und den damaligen Aufsichtsrats-Vorsitzenden Klaus Zumwinkel wurden eingestellt. Beide zahlten später im Rahmen eines Vergleichs insgesamt mehr als eine Million Euro an die Telekom, um den Schaden aus der Affäre zu ersetzen – lehnten aber jedes Schuldeingeständnis ab ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK