Die Mehrkosten eines außerorts ansässigen Rechtsanwalts

Bestehen Besonderheiten etwa in der Betriebsorganisation oder in der zu vertretenden Sache, können auch die Mehrkosten eines an einem dritten Ort ansässigen Bevollmächtigten notwendig und damit erstattungsfähig sein. Wenn ein spezialisierter auswärtiger Rechtsanwalt mandatiert ist und ein vergleichbarer Anwalt am Wohnort der Partei nicht beauftragt werden kann, liegt eine solche Ausnahmesituation vor.

So das Thüringer Oberlandesgericht in dem hier vorliegenden Fall einer Beschwerde gegen einen Kostenfestsetzungsbeschluss. Die sofortige Beschwerde der Klägerin richtet sich gegen den Kostenfesetzungsbeschluss des Landgerichts Meiningen vom 12.07.2012. Streitig sind die darin aufgeführten Reisekosten des Rechtsanwalts.

Das Thüringer Oberlandesgericht führt in seinen Gründen aus, dass die unterlegene Partei die dem Gegner erwachsenen Kosten – einschließlich der Reisekosten eines Rechtsanwalts – gem. § 91 Abs. 1 S. 1, Abs. 2 S. 1 ZPO zu erstatten hat, soweit diese zur zweckentsprechenden Rechtsverfolgung oder Rechtsverteidigung notwendig waren. Die Notwendigkeit bemisst sich danach, was eine vernünftige und kostenorientierte Partei als sachdienlich ansehen durfte ...

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