LG Hamburg: Urteile in der NDR-Drehbuch-Affäre

Die Große Strafkammer 8 hat heute im Strafverfahren gegen Doris H.-S. u.a. das Urteil verkündet: Die Angeklagte Doris H.-S. wurde wegen Bestechlichkeit in 5 Fällen und Betrug in Tateinheit mit Untreue zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und 10 Monaten verurteilt, die Vollstreckung der Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Die Angeklagte R.-K. wurde wegen Bestechung in 4 Fällen zu einer Geldstrafe von 300 Tagessätzen zu je 7,- Euro verurteilt und im Übrigen freigesprochen. Der Angeklagte S. wurde wegen Beihilfe zu Bestechlichkeit in 2 Fällen zu einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu je 18,- Euro verurteilt und im Übrigen freigesprochen.

Die Kammer sieht es als erwiesen an, dass die Angeklagten H.-S. und R.-K. in den Jahren 2003 – 2009 in mehreren Fällen vereinbarten, dass die Angeklagte R.-K. als Geschäftsführerin der Fa. A. Drehbücher beauftragte oder ankaufte, die die Angeklagte H.-S. oder der Angeklagte S. unter Pseudonymen verfasst hatten. Im Gegenzug versprach die Angeklagte H.-S. als Leiterin der Redaktion „Fernsehfilm, Spielfilm und Theater“ jeweils ihren Einfluss geltend zu machen, damit der Sender, bei dem sie beschäftigt war, die Fa. A. mit der Produktion beauftragen würde.

Da der Sender entschieden hatte, grundsätzlich weder die Angeklagte H.-S., noch ihren Ehemann S. mit der Erstellung von Drehbüchern zu beauftragen, konnten die Angeklagten nur durch die Verwendung der Pseudonyme an entsprechende Aufträge gelangen.

Nicht als erwiesen sah es die Kammer an, dass die Angeklagte R.-K. darüber hinaus vorsätzlich durch persönliche Freigabe die Bezahlung von Rechnungen veranlasste, obwohl entsprechende Arbeitsnachweise noch nicht vorgelegen hatten. Zwar wurden die jeweiligen Projekte im Ergebnis nicht realisiert.

Die sog ...

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