Sexueller Missbrauch von Kindern – Unkenntnis des Alters lässt Vorsatz entfallen

Der Täter muss für den schweren sexuellen Missbrauch von Kindern gemäß § 176a wissen, dass es sich um ein Kind handelt

Der Angeklagte wurde vom Landgericht Bielefeld wegen schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes in 42 Fällen sowie wegen sexuellen Missbrauches eines Kindes in 31 Fällen zu neun Jahren und sechs Monaten verurteilt. Dagegen wehrte sich die Strafverteidigung mit der Revision.

Der Bundesgerichtshof (BGH) kritisiert, dass das Landgericht den Vorsatz des Angeklagten nicht ausreichend beleuchtet hätte. Die Taten ereigneten sich bis zu einem Tag vor dem 14. Geburtstag der Geschädigten. Daher könnte es tatsächlich sein, dass der Angeklagte das Alter des Mädchens nicht kannte.

“Bei dieser Sachlage hätte es näherer Feststellungen dazu bedurft, ob der Angeklagte das Alter der Zeugin kannte oder ob die Zeugin zur Tatzeit – auch vom Angeklagten erkannt – nach ihrem Erscheinungsbild und ihrem Verhalten wie ein noch nicht 14 Jahre altes Kind wirkte (vgl ...

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