Vatileaks: Kammerdiener des Papstes zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt

Nach einer Woche und vier Verhandlungstagen hat das Gericht im Vatikan gestern geurteilt. Der ehemalige Kammerdiener von Papst Benedikt XVI. muss wegen Diebstahls 18 Monate ins Gefängnis. Der 46-Jährige hatte gestanden, vertrauliche Dokumente aus der Umgebung des Papstes entwendet und an einen Journalisten weitergegebenen zu haben.

Während die Anklage drei Jahre Freiheitsstrafe forderte, plädierte die Strafverteidigung auf höchstens drei Tage. Wie die Verteidigung ausführte, habe der Kammerdiener aus Liebe zur Kirche und zum Papst gehandelt. Laut Aussage des Angeklagten wolle er damit den Papst schützen, denn die Papiere enthielten mögliche Hinweise auf Verschwörungen gegen den Papst. Aus diesem Grund gilt es auch als wahrscheinlich, dass der Papst den Verurteilten begnadigen wird. Sollte es jedoch zu keiner Begnadigung kommen, muss der 46-Jährige in ein italienisches Gefängnis, denn der Vatikan besitzt selbst keine Haftanstalt.

Autor des Beitrags ist Rechtsanwalt für Strafrecht & Strafverteidiger Dr. Böttner, Anwaltskanzlei aus Hamburg und Neumünster. Weitere Gerichtsentscheidungen und allgemeine Informationen zum Strafrecht und der Strafverteidigung finden Sie auf der Kanzlei-Homepage.

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