S-Bahn Berlin – der Betriebsrat als Sicherheitsrisiko? (Oder: Die Wahrheit über das BetrVG)

Krasse Worte aus öffentlichem Munde hört sich ein Betriebsrat jetzt an:

[Es] stelle sich die Frage, ob das Unternehmen angesichts eines derart „lächerlichen“ Einwandes aus dem Betriebsrat überhaupt qualifiziert sei, die vom Senat erwartete Leistung zu erbringen.

sagt der Berliner Verkehrsstaatssekretär Christian Gaebler über den Betriebsrat der S-Bahn (im Tagesspiegel vom heutigen 7.10.2012).

In Berlin wird die S-Bahn – das muss man Lesern aus fremden Landen erläutern – von einem Tochterunternehmen der Deutschen Bahn AG betrieben (der S-Bahn Berlin GmbH). Sie darf deswegen auch von süddeutschen Touristen nicht mit der U-Bahn verwechselt werden, die von der landeseigenen BVG auf die Gleise gestellt wird; für den Fahrgast ist der Unterschied freilich nicht sichtbar, weil er dieselben Tickets benutzen darf. Seit Jahren hagelt es Kritik an der S-Bahn, weil sie aufgrund einer lange zurückliegenden Fehlentscheidung nicht verkehrssichere Züge auf die Gleise setze, die dann von der Aufsichtsbehörde aus dem Verkehr gezogen wurden. Deshalb fallen in Berlin ständig Bahnen aus und überfüllt sind sie auch: Es sind einfach nicht genügend (verkehrssichere) Wagen im Einsatz. Der Betriebsrat der S-Bahn war jahrelang als Rächer der Fahrgäste in der Zeitung porträtiert worden. Mit geballter Faust stand er auf und erklärte der Öffentlichkeit, er sei immer schon gegen die Schließung der Wartungseinrichtungen gewesen, die man jetzt dringend bräuchte, um die Flotte, ja, wieder flott zu bekommen (alles richtig übrigens).

Jetzt fängt sich der Betriebsrat jeden Tag Ohrfeigen ein. In Berlin gibt es ein Häufung von S-Bahn-Prügeleien. Von 80-jährigen Omas bis Fußballfans mit Downsyndrom reicht die Liste der Gewaltopfer (nicht nur in der S-Bahn) in den vergangenen Wochen ...

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