Unfall beim Spazierengehen im Wald - Haftung des Waldbesitzers?

Einen ungewöhnlichen Fall hatte der Bundesgerichtshof (BGH) zu entscheiden. Eine Frau ging im Juli 2006 bei warmen Wetter und leichtem Wind auf einem Forstwirtschaftsweg durch ein Waldgrundstück. Von einer circa 5 m neben dem Weg stehenden Eiche brach ein langer Ast ab, traf die Spaziergängerin am Kopf und verletzte sie schwer. Vor dem Landgericht Saarbrücken begehrte die Klägerin Schmerzensgeld vom Waldbesitzer und von dessen für den Bereich des entsprechenden Waldgrundstücks verantwortlichem Diplom-Forstwirt. Das Landgericht wies die Klage ab (Urteil vom 3. März 2010, Az. 12 O 271/06). Auf die Berufung der Klägerin gab das Saarländische Oberlandesgericht dem Schmerzensgeldanspruch dem Grunde nach statt (Urteil vom 9. November 2010, Az. 1 U 177/10-46). Hiergegen legten die Beklagten wiederum Revision zum BGH ein.

Dieser entschied mit seinem Urteil vom 2. Oktober 2012, Az. VI ZR 311/11, gegen die Klägerin und zugunsten des Waldbesitzers und dessen Forstwirts. Eine Haftung der Beklagten liegt demnach nicht vor. In der Pressemitteilung des BGH heißt es zur Begründung:

„Nach den im Einklang mit § 14 BWaldG erlassenen landesrechtlichen Vorschriften (hier: § 25 des Waldgesetzes für das Saarland) ist das Betreten des Waldes zu Erholungszwecken jedermann gestattet. Die Benutzung des Waldes geschieht jedoch auf eigene Gefahr ...

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