Im Familienrechts-Verfahren sind harte Bandagen gestattet

Die Tochter hatte gegen den Vater auf Ausbildungsunterhalt geklagt. Dieser hatte in seiner Antragserwiderung vorgetragen lassen, sie brauche nur deshalb Geld, weil ihr Lebensgefährte "zu faul zum Arbeiten" sei. Das müsse endlich einmal gesagt werden. Er, der Vater, sei deshalb nicht mehr unterhaltspflichtig. Solle doch zunächst der Lebensgefährte der Tochter sich mal aufraffen und für den gemeinsamen Lebensunterhalt sorgen. Darob erbost erhob der Lebensgefährte Klage gegen den Anwalt des Vaters und begehrte den Widerruf der ehrverletzenden Äußerung sowie "ein Schmerzensgeld nicht unter 500,00 €". Dem erteilte das Amtsgericht Königs-Wusterhausen mit Urteil vom 11.4.2012 eine Absage: Es führte aus:
"Ehrkränkende Äußerungen im gerichtlichen oder sonst rechtlich geordnetem Verfahren können nach der Rechtssprechung des Bundesgerichtshofs regelmäßig nicht Gegenstand einer gesonderten Ehrschutzklage sein (vgl. BGH, Urteil vom 28.02.2012, Aktenzeichen VI ZR 79/11, S. 7 veröffentlicht unter www.bundesgerichtshof.de). Das hat seinen Grund darin, dass das Ausgangsverfahren nicht durch eine Beschneidung der Äußerungsfreiheit der daran Beteiligten beeinträchtigt werden soll (vgl. OLG München NJW-RR 2002, 1473, 1474 mwNw.) ...
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