Unfall durch Umknicken im Gully

Das Oberlandesgericht Naumburg hat mit Urteil vom 16. September 2011 (Az.: 10 U 3/11) entschieden, dass einen Fußgänger, der im Bereich einer ihm bekannten Baustelle zu Schaden kommt, in der Regel ein erhebliches Mitverschulden an seinem Unfall trifft. Im Bereich einer noch nicht vollständig fertig gestellten Baustelle hatte die Klägerin ihren Pkw geparkt. Als sie bei Dunkelheit etwas aus dem Kofferraum ihres Autos holen wollte, knickte sie im Bereich eines Gullys um, dessen oberes Niveau wegen der Bauarbeiten ca. 15 bis 20 cm unter dem des Straßenbelages lag. Die Frau wurde bei dem Unfall so schwer verletzt, dass sie einen Dauerschaden erlitt. Seitdem ist sie nicht mehr dazu in der Lage zu joggen oder zu walken und beschwerdefrei längere Strecken zu gehen. Anschließend machte die Frau für ihre Verletzung die Gemeinde verantwortlich. Diese hätte nach ihrer Ansicht die erhebliche Unebenheit beseitigen oder zumindest vor ihr warnen müssen, bevor sie die Straße freigab. Die Gemeinde wollte den Vorwurf, ihre Verkehrssicherungs-Pflicht verletzt zu haben, nicht auf sich sitzen lassen. Vor dem Naumburger Oberlandesgericht vertrat die Behörde die Ansicht, dass sich die Klägerin ihre Verletzung selbst zuzuschreiben hat, da es bei genügender Aufmerksamkeit nicht zu dem Unfall gekommen wäre ...Zum vollständigen Artikel


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