Telefonbetrug: Angeklagte gestehen Tat

Die Staatsanwaltschaft klagt zwei Männer vor dem Amtsgericht Frankfurt wegen Betrugs an. Sie sollen mindestens 100.000 Telefonkunden in Abofallen gelockt haben. Alleine die Anklageverlesung dauerte rund vier Stunden. Es soll ein Schaden von mindestens zwei Millionen Euro entstanden sein.

Die beiden Angeklagten sollen ein Call-Center im Kosovo betrieben und von dort vor allem ältere Personen in Deutschland angerufen haben. Am Telefon spielten sie den Gesprächspartnern vor, dass sie einen Kosmetikgutschein gewonnen hätten. Im Gespräch wurden dann die Adressen der Kunden abgeglichen und die Teilnahme an Gewinnspielen, für rund 9.95 Euro wöchentlich, angeboten. Die Gespräche wurden später so zusammengeschnitten, dass der Eindruck erweckt wurde, als hätten die Angerufenen diesem Gewinnspiel-Abo zugestimmt, auch wenn sie tatsächlich abgelehnt hatten.

Die Angeklagten räumten die Vorwürfe im Verfahren ein. Der Call-Center-Betreiber erklärt reumütig, dass er die Grenze zwischen seriösen Produktverkäufen und unseriöser Telefonwerbung überschritten hätte. Wichtig war ihm jedoch, dass die Kunden aus dem Vertragen wieder aussteigen konnten. Ein Urteil wird für Mitte Oktober erwartet.

Autor des Beitrags ist Rechtsanwalt & Strafverteidiger Dr. Böttner, Anwaltskanzlei aus Hamburg und Neumünster. Weitere Gerichtsentscheidungen und allgemeine Informationen zum Strafrecht und der Strafverteidigung finden Sie auf der Kanzlei-Homepage ...

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