Schuster, bleib bei deinen Leisten!

Die Kollegin Kerstin Rueber überprüft ja hin und wieder Sprichworte auf ihre Richtigkeit. Ich erlaube mir, mich heute mal anzuschließen, denn manchmal wundert man sich durchaus, was die lieben Kollegen in Strafvefahren so alles anrichten.

Hintergrund war ein Verfahren wegen des Vorwurfs der Geiselnahme, des schweren Raubes, der gefährlichen Körperverletzung, usw. Eigentlich ging es darum, jemandem einen kleinen Denkzettel zu verpassen. Der so behandelte rächte sich dann mit völlig an den Haaren herbeigezogenen Aussagen. So wollte er unter vorgehaltener Waffe über einen bewachten Grenzübergang aus der Schweiz nach Deutschland verbracht worden sein. Die eigentlichen Drahtzieher beauftragten also den Kollegen, um dem einzig gefassten Verdächtigen zu "helfen". Der Kollege nahm Akteneinsicht und besprache diese - nein nicht mit dem Mandanten, sondern mit seinen "Auftraggebern". Dem Mananten erklärte er, er könne ihm die Akte nicht zur Einsicht überlassen. Das sei verboten. Trotz äußerst dünner Beweislage wurde auch keine Haftbeschwerde erhoben, sondern ihm dringend angeraten, ein Geständnis abzulegen. Auch die "Auftraggeber" würden dies wünschen, wurde ihm ausgerichtet. Man könne dann ein mildes Strafmaß aushandeln. Wie das bei Mindeststrafen von fünf Jahren für Geiselnahme bzw. schweren Raub unter Verwendung einer Waffe hätte aussehen sollen, möchte ich mir gar nicht vorstellen.

Irgendwie kam das auch dem Verhafteten spanisch vor und er schickte den Kollegen in die Wüste ...

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