Entgleist: Geschichte eines Versagens

Ich hatte gestern mittag das Vergnügen mit der Bahn von Würzburg nach Tübingen und wieder zurück reisen zu dürfen. Dann entgleiste in Stuttgart ein Zug. Gut, das kommt vor, in diesem Falle sogar öfter, denn Presseberichten zur Folge soll schon im Juli auf dem selben Gleis ein InterCity in die selbe Richtung (möglicherweise sogar mit der gleichen Zugnummer) entgleist sein, aber wen juckt das schon. Jedenfalls war dies der Beginn einer Abfolge von Unvermögen, Versagen und Überforderung.

Mein Zug war recht gut in der Zeit und erreichte den Bahnhof Bietigheim-Bissingen. Dort verhieß die Abfahrtstafel eine Streckensperrung in Stuttgart. Die Regionalzüge würden bis Kornwestheim oder Stg.-Feuerbach fahren. Der Schaffner verkündete dann, dass entgegen der Anzeige unser Zug nun nicht mehr weiterfahren würde, man möge die S-Bahn nehmen, die sei von der Sperrung nicht betroffen. Da fuhr der S-Bahnzug am Gleis gegenüber gerade ab.

Also warteten mehrere hundert Menschen dann ratlos auf die nächste S-Bahn, während in Bietigheim immer mehr Züge strandeten. Die S-Bahn fuhr dann gut gefüllt mit in Erwartung des Cannstadter Wasen betrunkenen Teenies ab, auch ein paar Punks gesellten sich dazu und die S-Bahn bummelte auf Stuttgart zu. Die Story mit der Zugentgleisung machte nun die Runde. Sie S-Bahn sei nicht betroffen, wurde durchgesagt. Die Fahrt endete dann unverhofft in Stuttgart-Feuerbach, die S-Bahn ist doch betroffen. Man möge die Straßenbahn nehmen.

Also strömten hunderte Menschen auf den kleinen Straßenbahnzug zu, der am Bahnhofsvorplatz abfuhr. Nach reichlich Gedränge und Geschubbse ging die Fahrt dann weiter, bis zum Hauptbahnhof. Der war jedoch gesperrt, von hier ging kein Zug mehr. Eine Durchsage verhieß, dass der Bahnhof Esslingen nun von den Hauptlinien Richtung Norden und Süden angefahren würde, man möge die U-Bahn nach Bad Cannstadt nehmen, von dort könne man dann mit der S-Bahn nach Esslingen ...

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