Über Damen, Ladies und ……….

Keine sozialrechtliche Umwidmung von Toilettenfrauen. Sagt das Sozialgericht Berlin, sinngemäss.

Mir fällt dazu erst mal die Frage ein, ob man diese Damen wirklich noch so bezeichnet. Putzfrauen heissen ja auch schon lange nicht mehr so. Auch wenn der Begriff der Parkett- oder Bodenkosmetikerin eher ein running gag in meiner Kindheit und Familie war. Während sie ernsthaft von uns als Putzdamen bezeichnet und auch wertgeschätzt wurden. “Unsere Putzdamen” hiessen sie bei meinem Vater und seinen Kollegen in der Zeit, als er als Fernmeldetechniker arbeitete und wenn er die eine oder andere Geschichte über diese oder mit diesen aus dem Dienst daheim erzählte. Eine liebenswürdige und -werte Bezeichnung, hinter der eben auch Wertschätzung lag und liegt. Und von mir übernommen wurde. Ebenso wie die Wertschätzung jeden Berufs und jeder Tätigkeit, die jede für sich statusunabhängig eine Aufgabe erfüllt, ohne die alle anderen auch nicht allein funktionieren oder auskommen würden. Auch nicht feinere — na, eben: Damen. Und Ladies, zB der sog. Society. Nicht alles ist eben mit Automaten ersetzbar. Oder gleichzusetzen.

(Und das hat irgendwie auch das Sozialgericht gesagt. Aber dazu gleich).

Umetikettierung ist nicht nur im Lebens- und Arzneimittelrecht oder in der Zigarettenindustrie beliebtes Spiel. Naja, ….sagen wir: Wenn sie nicht erzwungen wird und marketingtauglich eher kontraproduktiv für das Produkt wirkt oder nicht wirkt, aber wirken soll. Aber mal Hand auf’s Herz – wenn nicht grad nach “Perlen” in Stellenanzeigen gesucht wird – wo würden SIE denn begrifflich nach der Putzfrau suchen oder eben nach der Toilettenfrau? Na? Geben Sie es zu – auch Sie stutzen erst mal, wenn Sie so hübsch anmutende Begriffe lesen, wie etwa Environment Improvement Technician oder andere hier erläuterte aufgepeppte Etiketten ...

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