Nachträgliche Abtreibung als Mord, der Neonatizid

Man versteht es nicht, und die grausige Tat, die jetzt in Nordfriesland aufgedeckt wurde, hat auch nichts mit Friesenwitzen zu tun. Eine 28-jährige Mutter von zwei Kindern gestand der Mordkommission Flensburg, seit 2006 fünf ihrer Babys unmittelbar nach der Geburt getötet zu haben. Sie habe Angst gehabt, ihr Ehemann könne sie bei Gebären weiterer Kinder verlassen. War die Frau vielleicht strenggläubige Katholikin, die aus Glaubensgründen meinte, nicht verhüten oder frühzeitig abtreiben zu dürfen. Oder hatte sie von moderner Verhütung noch nichts gehört? Eher unwahrscheinlich. Der Fall wird einen psychiatrischen Sachverständigen erfordern.

Die Rechtsgeschichte weist eine Vielzahl von Fällen junger Mütter auf, die ihre Kinder aus Verzweiflung getötet haben. Die Tötung eines Neugeborenen wird als Neonatizid bezeichnet. Julia Jüttner von Spiegel-Online berichtete in der Ausgabe vom 6.12.2007 über solche Tragödien. In ihrem damaligen Bericht führte sie unter Bezugnahme auf das Buch des Münchener Psychiaters Prof. Michael Soyka „Wenn Frauen töten. Psychiatrische Annäherung an das Phänomen weiblicher Gewalt“ aus:

„Meistens töteten sie nach “einer weitgehend verschwiegenen, im psychischen Sinne verdrängten Schwangerschaft”. Also einer Schwangerschaft, die es in der Wahrnehmung der Frauen nicht gegeben hat, nicht geben durfte. Sie verbergen ihren Babybauch unter weiter Kleidung, verstricken sich in Lügengespinste ...

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